2011: Tania León, “Border Crossings. Cultural Thresholds in the Syncretic Evolution of Music”
Tania León, “Border Crossings. Cultural Thresholds in the Syncretic Evolution of Music”
Berlin Mosse Lecture
https://mosselectures.wisc.edu/berlin/
Thursday, 26 May 2011, 19:00 CET




Hörsaal 1.101, Seminargebäude
Dorotheenstr. 24, Zugang vom Hegelplatz
10117 Berlin
GERMANY
Sponsored by:
[mosse] LECTURES an der humboldt-universität zu berlin
The Mosse Foundation
Global Mosse Lecture Series
Fritz Thyssen Stiftung
Gerda Henkel Stiftung
Institut für deutsche Literatur
Humboldt University
Moderator: Margarete Zander (Journalist)
Lecture Description: Grenzüberschreitungen haben Tania Leóns Selbstverständnis der Musik als einer kosmopolitischen Kraft geformt. Schon früh wurde sie in ihrer Familie verschiedenen kulturellen Einflüssen ausgesetzt. Später kam die Gegensätzlichkeit der Ausbildung am Konservatorium zur Musik ihrer kubanischen Heimat hinzu, die für ihr musikalisches Schaffen prägend war und blieb. Seit den frühen 1980er Jahren haben die Überschreitungen und Überblendungen nationaler und ästhetischer Grenzen ihre Kompositionen im Rahmen der konzertanten Musik hervorgebracht. Ihre theoretischen Ansichten vermischen sich hier mit ihren kompositionellen Stileigentümlichkeiten, ebenso mit ihren Anleihen bei verschiedenen musikalischen Konzepten. Einflußreich für ihre Arbeit waren die unterschiedlichen kompositionellen Praktiken von Rhythmus, Melodie, Harmonie, Textur und Formgebung einschließlich des Jazz und lateinamerikanischer Musik. Immer wieder wurden Fragen von Herkunft, nationaler und ethnischer Identität und Kreativität im Verhältnis zur universalen, vom Wissen geprägten Sprache der Musik zum Problem. Für sich selber hat Tania León hier Stellung bezogen: gegen die Vorstellungen eines Multikulturalismus, der die künstlerische Tätigkeit auf soziale und kulturelle Standards reduziert und für einen Universalismus, der den unterschiedlichsten Auffassungen und Strömungen gerecht wird, insbesondere dem, was man eine lateinamerikanische Identität in der Musik nennen kann.
Lecture Series Description: Ever since Platos Politeia and Aristotle’s concept of katharsis the discussion of aesthetic effective-ness and reception centers around the precarious, ultimately political relationship of music to the world. How does one speak politically about music, with music or within it? Music theory speaks of an „auditory system of communication“. In practice we have many efforts and experi-ments to change the habits of listening: beginning with Luigi Nono, disclosing new forms of sound to be effective politically in theatrical performances, up to Helmut Lachenmann’s idea of musique concrète instrumentale. Under hightech conditions of media storage and transmission new possibilities to act politically have been disclosed, in auditory pieces of musical experiments, innovative space-sound-samples and environmental installations, which aim at expanding musical experience, and challenge the „musical apparatus“ of institutions. Borders crossings of the arts and cultures are frequently and closely connected with social and political activities of both artists and their audiences. In a series of events, the Mosse-Lectures devoted to the „Public of Cultures and Sciences“ in a series of events thematize the political expressiveness of composition and concert music, „Neue Musik“ in particular, of theatrical presentation, and sound art in public spaces; special attention will be paid to interventions and cooperation with non-western cultures.
Tania León ist Distinguished Professor an der City University of New York und am Conservatory of Music am Brooklyn College. Sie hat zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen erhalten und ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters. In Lateinamerika und in New York war sie an der Gründung verschiedener Orchester und Ensembles beteiligt; von 1993 bis 1997 war sie als Beraterin für das Gebiet der Neuen Musik bei Kurt Masur an der New York Philharmonic tätig. Ihr kompositorisches Werk umfasst zahlreiche Schöpfungen der Kammer-, Orchester- und Vokalmusik. In Europa wurde ihre Oper Scourge of Hyacinths in der Inszenierung von Robert Wilson in verschiedenen Städten aufgeführt. 2010 erschienen ihre Atwood Songs als Beitrag in dem Sammelwerk Habitation – Musical Settings of Margaret Atwood’s Poetry by American Women Composers.









Photo Credit: Niels Leiser for the Mosse Lectures
