2009: Urs Stäheli, “Globale Paniken: Zur affektiven Logik der Finanzökonomie” / “Global Panics: On the Affective Logic of Financial Economics”

Urs Stäheli, “Globale Paniken: Zur affektiven Logik der Finanzökonomie” / “Global Panics: On the Affective Logic of Financial Economics”
Wednesday, 24 June, 19:00 CET
Senatssaal of Humboldt University
Unter den Linden 6, 1. Stock
10117 Berlin
GERMANY

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Mosse Lectures

Description: Das Ökonomische bedarf kultureller Praktiken und Diskurse, um seine Grenzen bestimmen zu können und einen Raum des Sagbaren zu eröffnen. Der Vortrag fragt danach, was es bedeutet, wenn ökonomische Krisen als Paniken beschrieben werden. Dazu werden zunächst einige begriffsgeschichtliche Stationen der Paniksemantik skizziert (Mythologie und Massenpsychologie), um vor diesem Hintergrund die spezifischen Darstellungsweisen von Finanzpaniken zu diskutieren. Die Finanzpanik ist die „Panik aller Paniken“, da sie panische Logiken der Ansteckung geradezu exemplarisch inszeniert. Es soll gezeigt werden, wie mit der Finanzpanik innerhalb des Ökonomischen über das Scheitern der Ökonomie gesprochen werden kann. Schließlich interessieren die politischen Konsequenzen der Paniksemantik: Die Art und Weise, in der eine Krise als Panik beschrieben wird, bestimmt auch die Möglichkeiten der Politik. Gerade an der Finanzpanik lassen sich die Konturen und Herausforderungen einer neuen „politischen Epidemiologie“ festmachen.

Urs Stäheli: Swiss sociologist specializing in the media and culture. He was professor of Sociology at the Institute of Sociology, University of Basel from 2005-2010 and currently is Professor of Sociology Theory at the University of Hamburg.