2026: Symposium, “Else Jerusalems Moderne. Feministische Literatur im transkulturellen Raum”
Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien
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Else Jerusalem
Else Jerusalems Moderne. Feministische Literatur im transkulturellen Raum.
SYMPOSION
Österreichische Gesellschaft für Literatur
Herrengasse 5
1010 Wien
ÖSTERREICH
Wednesday, 18 November 2026
10:00-16:00
Else Jerusalem (1876–1943) ist eine wichtige feministische Stimme der Wiener Moderne, die erst in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Besonders viel Beachtung fand ihr Bordellroman »Der heilige Skarabäus«, eine ebenso akribische wie künstlerisch anspruchsvolle Milieustudie, die 1909 zum internationalen Bestseller avancierte. Weniger bekannt ist hingegen, dass die Autorin auch zahlreiche exzellente Novellen und Feuilletons schrieb. Bereits 1911 emigrierte Jerusalem nach Argentinien. Dass sie danach fast ein Jahrhundert lang in Vergessenheit geraten konnte, hängt maßgeblich mit den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zusammen, denen auch ihre Werke zum Opfer fielen. Jerusalems kürzere, weit verstreute Schriften wurden bislang weder gesammelt noch waren sie ohne Weiteres zugänglich. Mit der Anthologie »Venus am Kreuz«, die zum 150. Geburtstag der Autorin erscheint, erschließen Szilvia Gellai und Kira Kaufmann diese verborgenen Werkschichten. Der Jubiläumsband dient als Anlass für ein eintägiges Symposium, das sich Jerusalems vielfältigem Schaffen widmet und zur Auseinandersetzung mit ihrem Werk einlädt.
10:00 Uhr
Szilvia Gellai und Kira Kaufmann (Wien): Begrüßung und Eröffnung – »Venus am Kreuz«. Einblicke in Else Jerusalems Werk
11:00 Uhr
Liliana Ruth Feierstein (Berlin): Else Jerusalem im Kontext der jüdisch-argentinischen Moderne
13:30 Uhr
Brigitte Spreitzer (Graz): Da erhebt der Schlampen in dir siegreich das Haupt. Privatbriefe an und von Else Jerusalem in der Privatsammlung ihrer Enkelin
14:30 Uhr
Elisabeth Flucher (Greifswald): Sexualität und Wahrheit. Else Jerusalem als Kulturtheoretikerin der Moderne – mit Nietzsche
16:00 Uhr
Roland Innerhofer (Wien): Innerer Monolog, Beichte, Selbstlebensbeschreibung? Zu Else Jerusalems »Venus am Kreuz«
Gemeinsam mit der Mosse Foundation, aka Arbeitskreis Kulturanalyse, dem Institut für Germanistik der Universität Wien und dem Verein für Neugermanistik Wien
Else Jerusalem
Else Jerusalems Moderne. Feministische Literatur im transkulturellen Raum.
LITERATUR.GESCHICHTE
Else Jerusalem: »Venus am Kreuz. Novellen, Feuilletons und andere Prosatexte« (hg. von Szilvia Gellai und Kira Kaufmann; Böhlau)
Im Rahmen des eintägigen Symposions führt eine Abendveranstaltung mit Lesung und Podiumsdiskussion näher an Else Jerusalems kluge und eigenwillige Texte heran. Szilvia Gellai und Kira Kaufmann sprechen über die von ihnen herausgegebene Anthologie.
Lesung: Karoline Reinke, unter Mitwirkung von Liliana Ruth Feierstein
Moderation: Daniela Strigl
Gemeinsam mit der Mosse Foundation, aka Arbeitskreis Kulturanalyse, dem Institut für Germanistik der Universität Wien und dem Verein für Neugermanistik Wien